JazzWerkstatt Wien ZOOM! Night
WUK Museum, Beginn 20:30 Uhr
PROGRAMM:
Lylit Löscher Duo
Willi Landl & Band
Scene Mashup directed by Julian Preuschl
http://www.willilandl.at/
http://www.lylit.com/
http://
http://www.myspace.com/

Was sagt die Presse:
Willi Landl geht sehr undogmatisch an sein Kunstschaffen heran (die meisten Songs sind Eigenkompositionen/Texte) – eine gute Ausgangsposition, um Eigenständiges zu schaffen. Und genau das gelingt auf “Rabatt – Anarchie – Pailetten”, wo der dem Titel nachgebildete Opener “Protest – Eleganz – Mascara” gleich in die Vollen langt:
“Showschlampe, Puderluder, Pimmelbraut, Winselstute, Pissflitsche, Feiersau, Katzbracke, Kleiderständer, Fummeltrine, Wuchtbrumme, Puffmutter, Trümmerlotte, Breitarschantilope, Strickliesl: Protest – Eleganz – Mascara”
Der Song endet musikalisch in einem freien Auseinanderbröseln der famosen akustischen Band mit Michael Hornek (Piano, schöne Keys!), Stefan Thaler (Bass), Clemens Adlassnigg (Drums).
Von der Attitüde bleibt insgesamt alles kühl, kein verschwitztes Songwriter-Sozial-Geheule, was aber nicht bedeutet, die Platte wäre kritiklos, ganz im Gegenteil. Nur ist diese Kritik in eine beobachtende, distanzierende Form gegossen. Diese Haltung widerspiegelt auch Landls Gesang: Seiner Stimme hört man zwar die Ausbildung an, bleibt aber wohltuend normal, von der Idee her eine schnörkellose Erzählstimme, die weder Soulemphase nach Schlagerschmelz sucht und somit ein gutes Bindeglied für die stilistischen Einflüsse der Musik bildet: Chanson, Arbeiter/Protestlied, Pop, Jazz (auch modern und frei) plus ein Schuss alternative (was das hießt, muss man hören). Respektlose Annäherung an und lustvolles Spielen mit dem Genremix.
Ein weiteres Beispiel von so vielen, dass Österreich MusikerInnen besitzt, die eine Qualität und Eigenständigkeit aufweisen, die einen internationalen Vergleich vollkommen obsolet macht – man muss sie nur ans Licht und Ohr holen.
P.S. Im letzten Song darf es englisch-sprachig werden (Live-Mitschnitt) mit “One More Time” (Daft Punk) – eine unmissverständliche, gelungene Empfehlung zum Konzertbesuch!
(Günther Wildner)
Ist die Epoche der Political Correctness nun endlich vorbei? Die Zeit kompromittierter Musik zugunsten höherer Verkaufszahlen? Nichts Neues wagen, damit das Publikum strömt? Mit Willi Landl, dem österreichischen Sänger und Komponisten, könnte fast ein bisschen Hoffnung aufkeimen. Er bürstet die auf Hochschulen normierten und gedrillten musikalisch-textlichen Regeln so herzerfrischend kräftig gegen den Strich, dass es in der Seele wohltut. In jedem Moment seiner Lieder dringt er zu vollkommen subjektivem Ausdruck vor. Sprachwitz, ja Sprachlust gibt Zeugnis ab, wie er die Welt von heute sieht: Sie ist in tausendfach schillernde Einzelteile zerbrochen und hält doch hartnäckig an ihren drögen Klischeebildern fest. Landl beweist, dass inhaltliche Innovation möglich ist – heutzutage selten genug – und dass diese Innovation nicht abgehobene Kopfgeburt sein muss, sondern am Alten anknüpft, es weiterentwickelt und in die heutige Wirklichkeit transponiert. Seine Musik ist zukunftsweisend. Er will das Rad nicht neu erfinden und tut es doch beinahe. Es ist zu hören, dass seine hervorragende Band mit Michael Hornek, Stefan Thaler und Clemens Adlassnigg in den Entstehungsprozess einbezogen ist und diesen auch beeinflusst hat. Nummer sechs “über den See” sollte einen Tag lang in Endlosschleife vom Himmel schallen, und die Welt wäre wacher.
(wb, Jazz ´n More Magazin, Mai 2011, Schweiz (Höchstnote 5))
“Ein Wohnzimmer, eine Gitarre, Stimmbänder und ein Realbook zeichnen den Beginn des Lylit Löscher Duos. Mittlerweile wurde das Realbook durch eigene Textbücher ersetzt und vom Wohnzimmer auf diverse Bühnen übersiedelt – doch die Spontanität und der Drang nach freien Formen trotz auskomponierten Songs wurden beibehalten. Eigentlich ist alles erlaubt und erwünscht zugleich- ob eigene Kompositionen, Loop- Spielereien, Improvisationen oder Soundkollagen. Lylit Löscher sind ein Duo. Und was für eins!”
Eva Klampfer alias LYLIT ist seit einigen Jahren als Sängerin auf internationalen Bühnen unterwegs und schloss nun im Februar 2011 ihr Masterstudium im Fach Jazz- Gesang an der Anton Bruckner Privatuniversität mit Auszeichnung ab. Sie arbeitete bereits mit diversen Künstlern der heimischen Szene zusammen und ist auf zahlreichen CD Produktionen vertreten (Walkner.Moestl, Matthias Löscher, Parov Stelar, SK Invitational, etc.) 2010 unterzeichnete sie einen Plattenvertrag bei Kedar Massenburg (Erykah Badu, D’Angelo, India.Arie,…) und ihre erste Single “The Plan” war “Single Of The Week” bei iTunes USA. Sie veröffentlichte außerdem ihre EP “Unexpected”, welche unter die Top Ten der R’n’B Veröffentlichungen des selben Jahres gewählt wurde. Gemeinsam mit dem Gitarristen Matthias Löscher brachte sie im November 2011 die CD “Duo” bei Session Work Records heraus und wird ihr Soloalbum im Frühling 2012 weltweit veröffentlichen.
Matthias Löscher verbrachte 2008 – 2010 als Fulbright Student in New York City. Er studierte Gitarre u.a. bei John Abercrombie am Purchase College. Dieser Aufenthalt legte auch den Grundstein für sein neuestes Projekt “The Ruff Pack”. Seit der Veröffentlichung des Albums “Introducing The Ruff Pack” absolvierte er gemeinsam mit Stephan Kondert und den US Schlagzeugern Justin Brown und Daru Jones erfolgreiche Tourneen in Europa und den USA. Löscher hat mit seiner Band ML4 bereits 2 Alben als Bandleader veröffentlicht. Weiters ist er fixer Bestandteil verschiedenster Bands, wie etwa S.K. Invitational, Werner Zangerle Quartet, Millions of Dreads, usw.
