JazzWerkstatt Wien New Ensemble

Über das Ensemble
Das JazzWerkstatt Wien New Ensemble besteht seit Ende 2009. Es ist aus dem 9-köpfigen JazzWerkstatt Wien Workshop Ensemble hervorgegangen, mit dem die Musikerinitiative aus Wien bei renommierten Festivals wie dem Jazzfestival Saalfelden, dem Inntoene Festival und dem New Jazzfestival in Moers/D zum ersten Mal international in Erscheinung trat. Seit 2011 tritt das Ensemble in unterschiedlicher Besetzung auf und widmet sich in jedem Programm neuen Themen.

JAZZWERKSTATT WIEN NEW ENSEMBLE SPIELT „SYMPATHIKUS UND
PARASYMPATHIKUS“

Sympathikus und Parasympathikus sind die beiden Teile unseres Nervensystems, die den Organismus in ständiger Balance halten sollen. Oft wird dieses Gleichgewicht nachhaltig gestört. Eine seltsame Logik des Handelns stellt sich ein.

„Sympathikus – Parasympathikus“
Kalkulation und Verspieltheit, Konstruktion und Überraschung: Das sind die Pole, zwischen denen die Musik des „JazzWerkstatt Wien New Ensemble“ (= „JWNE“) oszilliert. Zwar steckt ein strukturelles Grundgerüst hinter dem neuen Programm des Ensembles, doch nehmen die kompositorischen Bahnen von Daniel Rieglers „Sympathikus – Parasympathikus“ durch den spontanen Erfindungsgeist der sechs MusikerInnen unerwartete improvisatorische Wendungen. Es ist ein Programm der Gegensätze, mit dem das „JWNE“ im März 2014 auf eine kleine Tournee geht: „Sympathikus – Parasympathikus“ spielt auf die Antagonisten unseres Zentralnervensystems an und besteht dementsprechend aus zwei sehr verschiedenen Teilen. Der erste, auf den Sympathikus ausgerichtete Teil führt die Zuhörer mit komplex verdichtetem musikalischen Material an die Grenzen ihrer Wahrnehmung. Entsprechend relaxt ist dann der zweite, auf den Parasympathikus zielende Abschnitt der Komposition, der viele Freiräume für Improvisationen öffnet, aber dennoch eine Beziehung zum ersten Teil des Stücks entwickelt: um ein Gleichgewicht des Verschiedenen herzustellen. (Reinhard Kager)

Line-Up 2013/14:
Agnes Heginger – Stimme
Sixtus Preiss – Electronics, Glockenspiel, Tam Tam
Daniel Riegler –Posaune, Komposition
Peter Rom – E-Gitarre, Akustische Gitarre
Clemens Salesny – Sopransaxophon, Klarinette, Bassklarinette
Bernd Satzinger – Kontrabass

Weitere Programme und Veröffentlichungen (2010-13)
Das erste Album wurde in Kooperation mit dem GMEA (Groupe de Musique Electroacoustique d’Albi) in Frankreich aufgenommen und produziert. Es beinhaltet drei Suiten von Peter Rom, Daniel Riegler und Clemens Wenger und dokumentiert die ersten Schritte des aktuellen Experiments der JazzWerkstatt Wien. Im zweiten Programm widmeten sich alle Spieler auch als Arrangeure der Musik von Max Nagl, einem weiteren Freigeist der Wiener Jazzszene, welcher der Gruppe künstlerisch nahe steht. Diese Sammlung von zum Teil sehr alten Stücken des Saxophonisten und Bandleader wurde in Wien, Bern und Krems aufgeführt. In der Zusammenarbeit mit dem britischen Elektroniker Sam Britton alias Isambard Khroustaliov wurde dessen ‚Axiom‘ (Op.4 for JWW NewEnsemble), eine grafische Partitur, erarbeitet und im Rahmen einer ZOOM!-Night im WUK-Museum uraufgeführt.

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©Rania Moslam

PRESSE:
Zappelige Sound-Zapper
In seiner kontrollierten Coolness fast schon zu souverän war der Auftritt der fünf Masterminds der Jazzwerkstatt Wien. Sie bewegten sich in unberechenbarer Weise zwischen Strenge und Humor, zwischen Kammermusik und Electronica, zwischen Abstraktion und Expressionismus – und schlugen sozusagen einen Bogen zwischen den österreichischen Musik-Ikonen Arnold Schönberg und Max Nagl.

Der Bund, 26.02.2013, Tom Gsteiger

(…) Ähnliches gilt von dem in Frankreich eingespielten Album des Jazzwerkstatt Wien New Ensemble (Lotus), auf dem Chamber Jazz, freie Improvisation und elektronische Musik nicht geschmäcklerisch amalgamiert, sondern kombiniert werden, dass es kracht, knuspert und knistert, als hätte jemand eine Schale Rice Crispies vors Mikro gestellt. Clemens Wengers Electronics perforieren kantable Bläserunisoni, post-rockistischer Drive trifft auf Geräuschcollagen. Süffig und spröd zugleich wird der Spaßzwang verabschiedet, was den Spaßfaktor erhöht.

KLAUS NÜCHTERN IM FALTER, 07/2012

(…) komplex und elektronisch wie die Suite „Parallelaktion“ von Gitarrist Peter Rom, mitunter aber trotz aller Abstraktionslust auch einfach musikantisch virtuos, wie Saxofonist Clemens Salesnys Solo über eine Rumba, die eine Suite von Keyboarder Clemens Wenger beschloss. An frischen Ideen fehlt es dem „Jazz from Austria“, dem der Abend gewidmet war, jedenfalls garantiert nicht.

Clemens Panagl, Salzburger Nachrichten vom 5.11.2010

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