Clemens Salesny/Clemens Wenger - Die wilden Jahre
Clemens Salesny/Clemens Wenger - Die wilden Jahre (JWR 04/05)
1. Grey Men Shark Ballad (C. Wenger)
2. Stuffed Chicken (C. Salesny)
3. SpielChen 1 (Salesny/Wenger)
4. Ecclusiastics (C. Mingus)
5. SpielChen 2 (Salesny/Wenger)
6. The Gentle Art Of Love (O. Pettiford)
7. SpielChen 3 (Salesny/Wenger)
8. Mei Muattal woa a Weanarin (L. Gruber/arr. C. Wenger)
9. Collage pour le Teife (C. Wenger)
Collage pour le teife by JazzWerkstatt Wien
10. SpielChen 4 (Salesny/Wenger)
11. Kleines Märchen und wieda zruck (C. Wenger)
12. Ich gehe mit meiner Laterne (Traditional/arr. C. Wenger)
Ich geh mit meiner laterne by JazzWerkstatt Wien
Clemens Salesny – alto-, soprano-, sopranino saxophones, bassclarinet, trumpet
Clemens Wenger – piano
Recorded October 8th and 9th, 2005 at Kaisersaal, Klaviergalerie Wendl & Lung, Vienna by Werner Angerer
Mixed and Mastered by Werner Angerer
Photos by Rainer Rygalyk
Graphic Design by Moritz Altersberger/Christian Murzek
Helmut Rizy, Uhudla, Nr. 80, 2006
(...) “die wilden jahre” nennen der Saxophonist Clemens Salesny und der Pianist Clemens Wenger – beides Mitbegründer der Jazzwerkstatt – ihre Duo-CD, die im Oktober vergangenen Jahres aufgezeichnet wurde. Der Titel klingt ein wenig nostalgisch; und wenn die beiden Oscar Pettifords Ballade “The Gentle Art Of Love” delikat anstimmen, dann mag ein wenig Nostalgie mitklingen. Und dass sie sich für eine Komposition von Charles Mingus – die bluesigen “Ecclusiastics” – entschieden haben, ist durchaus naheliegend, schließlich geht die Idee der Jazzwerkstatt auf dessen Workshops zurück.
Darüber hinaus aber finden sich auf der CD im Wesentlichen Eigenkompositionen von Wenger und Salesny, die keine Nostalgie aufkommen lassen, sondern die beiden in ihrer musikalischen Bandbreite zeigen. Dabei verhehlen sie keineswegs ihre Wurzeln: Den Hans-Koller-Preisträger 2001 Clemens Salesny verbindet mit dem großen Saxophonisten wohl mehr als nur der Preis und Clemens Wenger greift mitunter auf die Sparsamkeit eines Thelonious Monk zurück oder den walkin’ bass der Stride-Pianisten.
Aber das Ergebnis ist immer eigenständig, wie etwa die vier “SpielChen” zeigen. Salesny versteht es, seinen Instrumenten – Sopran- und Altsaxophon, sowie Bassklarinette – alle Möglichkeiten zu entlocken und die Intensität zu steigern, wie auch Wenger das Klavier gelegentlich als Saiteninstrument nutzt. Und es fehlt nicht an Witz; nicht nur wenn sie ab und zu ein Wienerlied intonieren. (...)
Martin Gansinger, Jazzzeit Nr. 58, Jänner/Februar 2006
(...) Schräger Humor und Sinn für Skurriles sind zu erwarten, wenn uns Clemens Salesny (reeds) und Clemens “Bumpfi” Wenger (Piano) die musikalische Aufarbeitung ihrer “wilden Jahre” präsentieren. Neben einigen ausgedehnten Improvisationen findet sich auf der Veröffentlichung nämlich auch einigermaßen ungewöhnliches Repertoire, etwa in Form von eigenwilligen Interpretationen diverser Wienerlied-Klassiker oder ihrer abschließenden Bearbeitung von “Ich gehe mit meiner Laterne”.
Klaus Nüchtern, Falter 11/06, März 2006
Sollten das schon „die wilden Jahre“ gewesen sein? Wohl kaum. Die beiden schon seit Jahren aufeinander eingespielten Clemense überzeugen durch humorvolles, mitunter auch wunderbar altmodisches, stets gut durchblutetes Duospiel, wobei Wenger hier seiner Vorliebe für Stridepiano frönt, während sich der eloquente Multiinstrumentalist Salesny am Altsaxofon auch keine Zurückhaltung auferlegt. Klingt ein bisschen wie Eric Dolphy & Jaki Byard beim Heurigen.
Klaus Taschwer, Falter 06/06, Februar 2006
Ohren auf! – Twen Spirit
(...) Herausgekommen ist so unter anderem die wilden Jahre von Clemens Salesny und Clemens Wenger, die trotz ihrer Jugend nicht nur Hauptbetreiber der Werkstatt sind, sondern auch schon sechs Jahre gemeinsam im Duo musizieren. Der Pianist Wenger und Multi-Bläser Salesny berufen sich neben Mingus (großartig: ihre Interpretation von Ecclusiastics) auch hörbar auf Thelonious Monk, scheuen aber auch nicht vor einem Wienerlied oder dem Kindergartenklassiker „Ich gehe mit meiner Laterne“ zurück. (...)
Frank Schindelbeck, Jazzpages Jazz Shop
Eine wunderbare Duo-Platte aus der Schmiede der Jazzwerkstatt Wien. Salesny und Wenger sind dem Freien Jazz zugetan, dabei aber gänzlich unbrachial vielmehr mit fein gesponnenen Ideenfäden auf einander zugehend, eng verwoben.
Jazz Kvadrat, Mai 2006
„Solange es solche junge Musiker wie sie gibt, muss man sich um Österreichs Zukunft keine Sorgen machen“, – so hat der Radiomoderator Klaus Schulz das Duett der beiden Clemense charakterisiert. Nach dem mehrmaligen Anhören und Gustieren des Albums „Die Wilden Jahre“ schließe ich mich dem an. Fast gleichaltrig, der Pianist Clemens Wenger (1982) und Clemens Salesny (1980), arbeiten im Duett bereits sechs Jahre. Ihre kreative Allianz ist eher zufällig. Der Bassist und der Schlagzeuger sind wieder mal nicht zur Probe gekommen, und beide Clemense haben sich entschieden, es alleine zu versuchen. Dieses Experiment hatte solche Perspektiven, dass die Zusammenarbeit in sehr fruchtbarer Weise weitergegangen ist. Beide Musiker sind Verehrer von Monk und Mingus, und sehen in dessen Werken die Grundlage für ihre eigene Suche. Wenn man nach dem vorgestellten Album urteilt, kann man bezüglich der Entwicklung der Ideen dieser herausragenden Meister unter neuen Bedingungen beruhigt sein. Wenger und Salesny demonstrieren sowohl die Frische und Paradoxalität des kreativen Denkens als auch effektive Sonoristik, improvisierte Lockerheit, und außergewöhnlichen Sinn für Humor. Mit Ausnahme von zwei Werken der Klassiker auf der anderen Ozeanseite (Ecclusiastics von Mingus und The Gentle Art Of Love von Oskar Pettiford) besteht Programm auf dem Album aus ihren eigenen Werken. In den Kompositionen der beiden Clemense, in ihrer Spielart spiegeln sich ganz stark auch die Charaktere der Musiker (oder Masken, die sie in ihrem musikalischen Theater tragen). Wenger spielt in dem Duett die Flegmatikerrolle, in seinem Spiel ist er streng, gemäßigt, und manchmal absichtlich akademisch. Salesny ist der typische Sanguiniker als Frechling mit seinem reichen Arsenal der Blasinstrumente (drei Saxofone, Bass-Klarinette, Trompete) und den absolut unvorstellbaren Klangkombinationen. Besonders das ist charakteristisch für die große vierteilige Komposition SpielChen, die den Hauptkern des Projektes darstellt. Und wenn wir schon beim Projekt als ganzes sind, kann ich nur die positivsten Eindrücke bestätigen, die das Duo dieser jungen österreichischen Musiker hinterlassen.