Falb Fiction - Waiting For
Falb Fiction - Waiting For (JWR 03/05)
1. Linie 100
2. Lauf der Ampelmänner
3. Song For The People, Mama And For Rosa Too
4. In Cäh
5. Versus Venus
6. Waiting For
7. Working Lomo
8. Ohne Solo
9. Rocksolution
All compositions by Viola Falb
Viola Falb – saxophone
Philipp Jagschitz – piano
Christian Wendt – bass
Herbert Pirker – drums
Recorded, Mixed and Mastered in Vienna by Werner Angerer, September 2005
Photos by Salome
Graphic Design by Rob Drapela
Jazz Kvadrat, Mai 2006
Offensichtlich mögen Viola Falb und ihre Kollegen sehr den Kultfilm von Quentin Tarantino, denn in ihrem Bandnamen spielen sie mit den Wortklängen: Pulp Fiction – Falb Fiction. Allerdings würde die Musik ihres Debutalbums Waiting For als Soundtrack für den amerikanischen Regisseur weniger in Frage kommen. Denn die reichlich vorhandenen Dissonanzen, rhythmischen Unterbrechungen, alogischen Aufschreie Violas Saxophons passen nicht zu seiner dynamischen Montage. Als Tätigkeitsfeld für ihre Kreativität haben sich die Musiker aus Österreich ein Gebiet zwischen Avangardejazz und Post-Bop und fühlen sich dort ziemlich sicher. Nach der Ausführungstechnik und dem Zusammenspiel sind es sehr reife Meister. Aber an frischen, unerwarteten Ideen in ihrer Musik gibt es, meiner Meinung nach, weniger als es gewünscht wäre. Beim Anhören hatte ich das Gefühl, das ich so etwas Ähnliches bereits gehört habe. Jedoch ist es ihre Debütscheibe, die Musiker haben noch alles vor sich, und vielleicht hat der Name Ihres Erstlings, Waiting For, eine tiefere Bedeutung. Die Musiker von Falb Fiction sind noch sehr jung, sie alle sind 1980–1981 geboren. Das ist wirklich eine „Neue Welle“ im österreichischen Jazz. Alle vier Quartetteilnehmer haben Hochschulausbildung in Musik. Der Führer und Organisator des Kollektivs ist die Saxophonistin und Komponistin Viola Falb. Gerade aufgrund ihrer Initiative in Jänner 2004 entstand die Gruppe. Am Anfang hat Viola, die bis dorthin fast ein Jahr in Deutschland gelebt hat, ihre Freunde dazu eingeladen, bei der Demo-Aufzeichnung der von ihr komponierten Musik mitzumachen, und erst später haben die Musiker gespürt, dass sie nicht nur sporadisch sondern laufend miteinander spielen können und wollen. Zusammen sind die Musiker nicht nur bei sich zuhause, sondern auch in Ungarn und Deutschland aufgetreten, und haben viel positive Resonanz von Publik und Kritik erhalten. Aus dieser Demoaufnahme hat sich der von uns heute vorgestellte Album Waiting For entwickelt.
Klaus Nüchtern, Falter 11/06, März 2006
JazzWerkstatt auf CD
(...) „Waiting For“
Das Quartett ist eine echte Jazzcombo – im besten Sinne, denn die Musiker ergänzen sich prächtig, und als Komponistin weiß Viola Falb die Stücke immer abwechslungs- und kontrastreich zu gestalten: Dieses hier beginnt mit einem introvertierten Pianointro, ehe es einen veritablen Energiestoß empfängt. Saxofonistin Falb verdankt Coltrane (den sie auf „Rocksolution“ unpeinlich mit Led Zeppelin kombiniert!) wohl einiges, ersetzt aber Ekstatik durch schwelgerische Melodien. (...)
Klaus Taschwer, Falter 06/06, Februar 2006
Ohren auf! – Twen Spirit
(...) Hohes technisches Niveau, stilistischer Eklektizismus, kompaktes Ensemblespiel und Sinn für Melodik – das sind die größten gemeinsamen Nenner der meisten bisherigen Produktionen von Jazzwerkstatt Records. Beispielhaft dafür ist auch das Plattendebüt von Falb Fiction, einem aufgeweckten Quartett rund um die Saxofonistin Viola Falb, das zudem mit originellen Arrangements überzeugt. Da wird schon einmal das Resolution-Thema aus Coltranes A Love Supreme mit Led Zeppelin gekreuzt, um daraus Rocksolution zu machen – ohne dabei freilich die jazzigen Gefilde allzu weit zu verlassen. (...)
Michel Bedin, Jazz Hot
Une jeune saxophoniste autrichienne, Viola Falb, nous joue ses propres compositions, pour la plupart d’inspiration post-coltranienne (exception avec «Rocksolution», qui, malgré des accents coltraniens, se revendique, à juste raison, de Led Zeppelin). Elle s’est entourée de musiciens jeunes comme elle, Herbert Piker, au drumming parfois très (peut-être trop?) rock, que nous avions rencontré avec le groupe Kelomat, le bassiste Christian Wendt, bien dans son rôle, et le pianiste, très monkien, Philipp Jagschitz. Un jazz débridé (l’a-t-il jamais été?) qui fonctionne à l’énergie. On voit bien, on ressent bien que cette jeunesse en a marre, mais le propos demanderait davantage de clarté, d’évidence. C’est peut-être ce manque de lumière sur les tenants et les aboutissants de cette musique qui laisse l’auditeur un peu en dehors. Cela dit, à côté des musiciens qui nous la jouent sirupeuse ou tiers-mondiste parce que c’est à la mode, on est plutôt preneur.