Fuzz Noir – Free Lunch

Fuzz Noir – Free Lunch

JWR 05/05

1. Chat (P. Rom)
2. Panaroia (R. Preuschl)
Panaroia by JazzWerkstatt Wien
3. VideoClerks (M. Prowaznik)
4. Samba Ratte (W. Schiftner)
5. Extended Maxi (P. Rom)
6. Tahmine (R. Preuschl)
7. Uarrgh 2 (R. Preuschl)
8. Tell Me The Way To The Next Whiskey Bar (W. Schiftner)
9. If There’s A Doubt, There’s No Doubt (P. Rom)
10. Choral Nr. 1 (W. Schiftner)
11. Interlude (Preuschl/Prowaznik/Rom/Schiftner)
Interlude fuzz noir by JazzWerkstatt Wien

Raphael Preuschl – bass
Michael Prowaznik – drums
Peter Rom – guitar
Wolfgang Schiftner – saxophone

Recorded on April, the 24th and 25th 2005 at the WUK Studios/Vienna except Samba Ratte recorded live on April, the 7th at the JazzWerkstatt Festival 2005 and Chat recorded live on April, the 12th at the JazzWerkstatt Festival 2005
Mix and Mastering: W. Angerer
Artwork and Design: P. Brunsteiner / Beast Communications

Edwin Pouncey, Jazzwise, February 2007

Don’t let the title of this – the comic book sound effect of somebody violently vomiting in a bucket – put you off. Fuzz Noir’s debut is anything but a nauseating experience. This Austrian quartet have a keen sense of sound and vision, their furious rock fusion attack is constantly causing flurries of abstract pattern to emerge from behind the music which, on the first hearing, seemingly veers in the direction of Hot Rats-era Frank Zappa and John McLaughlin’s Mahavishnu Orchestra. As the various instrumental patterns lock into place, however, a more complex set of sound pictures gradually takes shape. The flurries of what initially sounded like straight ahead jazz figurations become more fragmented as the players become bolder and more confident, solos are punched out, and the bare musical bones of Fuzz Noir eventually flash out to reveal a band with real muscle. Super cool one minute and avant garde fusion the next. Uargh 2 has the power to open a lot of different ears.

Herman Mennenga, Jazzdimensions.de, August 2006

“Fuzz Noir” nennt sich ein Quartett um die Akteure Peter Rom, Gitarre, und Raphael Preuschl, Bass, die beide auch zu zwei Dritteln das Peter Rom Trio bilden. Ergänzt werden sie hier durch den Schlagzeuger Michael Prowaznik und einem der bemerkenswertesten jungen Saxophonisten der österreichischen Szene: Wolfgang Schiftner. Dieser, erst knapp 24-jährige, Musiker blickt schon auf eine äußerst interessante Vergangenheit zurück. Neben einem Studienaufenthalt in New York spielte er bereits in London, Washington, Berlin, Moskau oder Rom.

Fuzz Noir verbinden in ihrer zumeist sehr energetischen Musik verschiedenste Einflüsse aus Avantgarde, Jazz oder Rock. Durch die saxophonischen Ausbrüche von Wolfgang Schiftner kippt die Musik, wie beim rhythmisch vertrackten Stück „Panaroia“ manchmal ins Dramatische und bekommt etwas Übersteigertes in ihrem Ausdruck. “Uarrgh2” heißt der Erstling dieser Formation, comichaft dafür, wenn jemand “eine reingewürgt” bekommt: Und reingewürgt bekommt man die Musik von Fuzz Noir auf alle Fälle, denn leicht verdauliche Kost ist dieses sperrige Machwerk nicht – eben eine typische Jazzwerkstatt Wien Produktion.

Christian Bakonyi, Jazzzeit Nr. 59, März/April 2006

Jazzwerkstattplatten sind allesamt Jazz auf höchstem Niveau, modern, humorig, funky, rockig und bluesy. Um genau eine solche handelt es sich auch bei „Uarrgh 2“. Dieser comichafte Ausdruck wird meist verwendet, wenn einer der Trickzeichenhelden eine „reingewürgt“ oder „geboxt bekommt. So ähnlich kann es einem bei Fuzz Noirs Musik auch passieren, denn man weiß nie was kommt, saxophonistische Ausbrüche von Wolfgang Schiftner (John Zorn sei mit uns), Heavy Gitarrenriffs (Tronzo lässt hie und da grüßen) von Peter Rom, hypnotische Basslines von Raphael Preuschl, Schlagzeuggewitter von Michael Prowaznik oder dann doch wieder kurz innehalten und fein gespinnte (fast coltraneske) Jazzlinien genießen. Also mir ist beim Hören dieser Scheibe sehr viel öfter ein „Wowww“ über die Lippen gekommen, als ein schockiertes „Uarrgh“ wobei man dieses wiederum gegen ein wienerisch eingefärbtes „Oag“ im positivsten aller Sinne, nämlich „Oag Guat“ eintauschen könnte.

Jazz Kvadrat, März 2006

Der Kreis der Musiker, die die „neue Welle“ im österreichischen Jazz repräsentieren, ist ziemlich eng. Raphael Preuschl spielt im Peter Rom Trio, Peter selbst ist zusammen mit dem Saxophonisten Wolfgang Schiftner Mitbegründer des österreichischen Jazzfestivals „JazzWerkstatt Wien 2005“, über deren phonographische Veröffentlichungen wir auf unseren Seiten berichtet haben. Bei diesem Festival ist unter anderen auch die Gruppe FuzzNoir aufgetreten, in der die oben genannten Musiker mit dem Schlagzeuger Michael Prowaznik zusammenarbeiten. FuzzNoir ist erst 2004 entstanden und Uarrgh 2 ist das Debüt – Album dieses Kollektivs. Die Musik von FuzzNoir zu hören ist keine einfache Beschäftigung, es erfordert Konzentration und Aufmerksamkeit, es ist nicht möglich nebenbei etwas anderes zu tun, denn, wenn man sich einen Augenblick von der Verflochtenheit der komplexen musikalischen Muster, die die Musiker aus Wien stricken, ablenken lässt, riskiert man den roten Faden in ihren Kompositionen zu verlieren. Übrigens, alle Musiker der Gruppe haben Kompositionen zum Debüt beigetragen, es ist aber schwierig die einzelnen Autoren voneinander zu unterscheiden – die Kompositionen sind alle im selben Stil gehalten. Der Stil ist die freie Improvisation. Es gibt kaum beständige rhythmisch – melodische Bindungen zwischen den Stimmen der einzelnen Instrumente. Eben erst entstandene Bindungen lösen sich auf um Augenblicke später in einer neuen Zusammensetzung wiedergeboren zu werden. Zeit und Raum sind getrennt und werden nur durch die hohe Dynamik der Komposition vereint. Besonders gelungen fand ich den Song mit dem ausdrucksvollen Titel Tell Me The Way To The Next Whiskey Bar, wo die Komposition eine ähnliche Herangehensweise belegt und lebendig und ausdrucksvoll den Bewusstseinsstrom eines ordentlich Betrunkenen darstellt. Rom selbst spielt im Rahmen seines eigenen Trios eine weniger extreme Musik, aber FuzzNoir gibt ihm und seinen Kollegen sichtbar die Möglichkeit die radikalsten Experimente durchzuführen, offensichtlich reißt die Avantgarde – Strömung des österreichischen Jazz junge und originelle Leute mit, die sich zu dieser nicht einfachen Musik bekennen. Übersetzung: Leonid Aiskern

Klaus Nüchtern, Falter 11/06, März 2006

JazzWerkstatt auf CD

(...) „Tell Me The Way to the Next Whiskey Bar“

Der Name ist Programm: Fuzznoir evozieren in ihrer wohl vom John Zorn der Neunziger beeinflussten Musik immer wieder eine Neo-Film-Noir-Atmosphäre (wobei es auch ausgesprochen luftige Stücke gibt). Drängende Momente werden hart mit Chill-out-Passagen gegengeschnitten, und auch wenn diese Komposition auf einem viskos-fatalistischen Crescendo aufbaut, wird der Hysterie nie in ungebremster Kollektivität nachgegangen: Immer auch auf seine sieben Zwetschken schauen! (...)

Klaus Taschwer, Falter 06/06, Februar 2006

Ohren auf! – Twen Spirit

(...) melodiöse Balladen im Stil der Achtzigerjahre ebenso wie durch wohldosiertes Herauslassen der Funk- und Grunge-Sau. Ein ähnliches musikalisches Spektrum deckt auch das Quartett FuzzNoir ab, bei dem Rom ebenfalls mitwirkt und das auf Uarrgh 2 selten, aber doch auch freie Ausbrüche im Stile eines John Zorn der Neunzigerjahre zulässt. Wenn es schon dem Jazz nicht allzu gut geht: Die junge Wiener Szene lebt. Und sie riecht überhaupt nicht komisch.

€13.00Preis:
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