GIF89a Peter Rom Trio – Starstruck – JazzWerkstatt Wien

Peter Rom Trio – Starstruck

Peter Rom Trio – Starstruck

JWR 02/08

1. The Last Buzz (P. Rom)
2. No Boogie (P. Rom)
3. Diplomat (P. Rom)
4. Starstruck (P. Rom)
Starstruck bounce by JazzWerkstatt Wien
5. Copy (P. Rom)
6. W-Funk (R. Preuschl)
7. About Blank (Rom/Preuschl)
8. Elektro (P. Rom)
Elektro bounce by JazzWerkstatt Wien
9. Pimp My Slide (P. Rom)
10. Vodoo Kakadooo (R. Preuschl)
11. Herb’s Paradise (R. Preuschl)
12. Royal Family (P. Rom)

Peter Rom – guitar
Raphael Preuschl – e-bass
Jörg Mikula – drums

Recorded by Werner Angerer and Robert Grabner
Mixed by Reinhard Buchta
Mastered by Christoph Burgstaller

Leonid Auskern

Drei Jahre sind schon seit der Erscheinung des ersten Albums “Says Who?” des Trios von Peter Rom vergangen. Und nun stellen sich die österreichischen Musiker der Kritik des Publikums über ihre neue Arbeit “Starstruck”, die im Oktober 2007 aufgenommen wurde. Nachdem ich die CD gehört hatte, sah ich in meine Notizen über ihr nun drei Jahre altes Debüt Album (Jazz – Quadrat Nr. 3/06), um die früheren und die heutigen Eindrücke zu vergleichen. Was für Gemeinsamkeiten gibt es in diesen zwei Aufnahmen?
Erstens – der Bestand: Peter, Raphael und Jörg arbeiten so wie früher zusammen und es scheint, dass sie einander überhaupt nicht satt haben.
Zweitens – und das ist wahrscheinlich das wichtigste: das zweite Album ist nicht weniger interessant als das erste. Das Problem des “zweiten Albums” besteht gewöhnlich darin, dass die Musiker schon im ersten Take alles das, was sie mögen, gesagt haben und in der Folge anfangen sich selbst zu zitieren. Dem Trio von Peter Rom ist das zum Glück nicht passiert und “Starstruck” und “Says Who?” unterscheiden sich voneinander. War die erste CD ziemlich eklektisch, steht “Starstruck” im Rahmen einer mehr einheitlichen Konzeption.

Hier würde ich die Elektronik als Kern nennen. Rom und Preuschl verwenden die elektronischen “Tricks” sehr aktiv, damit ändern sie den Klang ihres Instruments manchmal bis zur Unkenntlichkeit. Aber in keinem einzigen der 12 Stücke des Albums ist das Selbstzweck. Die elektronischen Fragmente wechseln sehr oft zu einem mehr natürlichen Klang des Instruments, was man mit dem Effekt der Kalt-warm-Dusche vergleichen kann: sie ermutigt den Zuhörer und fördert seine Aufmerksamkeit. Dabei dient das Schlagzeugspiel von Mikula als eine Achse, um die herum die Klangmetamorphosen der solierenden Instrumente stattfinden.

Rom und Preuschl (auf dieser CD gibt es nur ihre Werke) bauen ihre Kompositionen unterschiedlich. In drei von Raphael Preuschls Stücken (W – Funk, Voodoo Kakadooo, Herb´s Paradise) überwiegt anfänglich der Funk, wie es dem Bassisten auch liegt, bei ihm betont die Elektronik mehr den Rhythmus. Die übrigen Tracks sind aus Peter Roms Hand und er zieht es vor, dem Gitarreklang mit Hilfe der Elektronk etwas kosmisches zu geben, damit der Klang bis zum Himmel reicht. Das und alles erweist sich bei den österreichischen Jazzmen als einfach hinreißend. Die gute Arbeit ist ein sichtbarer Schritt nach vorne im künstlerischen Schaffen.

Jörg Konrad, Jazzpodium, Juli/August 2008

Was für eine Energie. Hätte Peter Rom sein neustes Album “Starkstrom” statt “Starstruck” genannt, es wäre ebenso passend. Der Gitarrist aus Wien, zugleich Gründungsmitglied der Jazzwerkstatt Wien, hat mit seinem Trio ein Manifest integrativer wie zeitgenössischer Jazzkunst eingespielt. Rom experimentiert mit Stilen und Kompositionstechniken, er improvisiert mit der Entschlossenheit eines Überzeugungstäters und zeichnet sich dabei durch eine filigran virtuose Spieltechnik aus. Seine Musik, oder besser die Musik seines Trios ist ebenso hemdsärmelig rustikal wie intellektuell hochnäsig. Sie besitzt eine ordentliche Prise Ironie und gleichzeitig eine verspielte Distanz zu ihren Protagonisten. Rockige Anleihen verkommen auf “Starstruck” nicht zu billigen Attitüden, stille Balladen sind meilenweit von herzerwürgenden Sentimentalitäten entfernt. Seit sechs Jahren besteht diese Trio, zu dem noch der Bassist Raphael Preuschl und der Schlagzeuger Jörg Mikula gehören. Die Batterie im Zusammenspiel dieser drei ist aber noch lange nicht aufgebraucht. Sie laden sich scheinbar gegenseitig auf und wildern mit Lust und Kreativität gemeinsam durch die Landschaft. Viel ist in letzter Zeit über den Jazz im 20. Jahrhundert und sein anschließendes Siechtum palavert worden, Peter Rom macht Mut und lässt mit Optimismus in die Zukunft blicken – egal wie sich die Musik dann nennen mag.

Concerto 2/2008, Alfred Krondraf

Imperium Romanum

Im Trio, Peter Rom an der Gitarre, Raphael Preuschl am Bass und Jörg Mikula am Schlagzeug, erzählen die drei einfache und komplexe Geschichten aus der Gegenwart in einer modernen Tonsprache deren Poesie aus der Klarheit des Gedankens entspringt. Eine naturgegebenen Aggressivität ist dem Gitarrenspiel von Peter Rom nicht abzusprechen, schärfer als je zuvor klingt es, und wenn es in die rockige Richtung geht, auch dieser Weg steht den Musikern offen, dann spielt schon die Dekadenz eine zerfallenden Reiches oder der Neu- und Umstrukturierung der Welt und ihrer Geschichte eine, wenn auch unbewusste, Rolle. “Herb´s Paradise” ist so ein klassisches Beispiel, nach einem furiosen Dreiklang der Instrumente endet die Nummer mit einem Schlag, in einem Nirgendwo und lässt den Hörer im Niemandsland zurück, jeder hat sich seinen Weg gefälligst selbst zu suchen und zu beschreiten. Imperien sind existent, um zu zerfallen; Peter Rom und sein Trio dekonstruieren auf “Starstruck” nicht, aber sie sind auf dem besten Weg zu einer Neubewertung der musikalischen Gegenwart.

€13.00Preis:
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